Technisch-organisatorische Maßnahmen
Anlage 1 zum AVV: Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO, Stand 20.07.2026
Diese TOMs beschreiben die tatsächlich implementierte Architektur und werden bei Architektur-Änderungen fortgeschrieben.
1. Verschlüsselung & Pseudonymisierung (Art. 32 Abs. 1 lit. a)
- Clientseitige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Drop-Inhalte werden im Browser des Nutzers mit AES-256-GCM (WebCrypto-API) verschlüsselt, bevor sie übertragen werden. Der Schlüssel wird im URL-Fragment transportiert, das Browser prinzipbedingt nie an Server senden. Der Anbieter speichert ausschließlich Ciphertext.
- Optionale Passphrase: wird clientseitig per HKDF-SHA256 in den Schlüssel gemischt; verlässt den Browser nie.
- Zugriffstoken: serverseitig ausschließlich als SHA-256-Hash gespeichert; ein Datenbank-Abzug allein ermöglicht keinen Drop-Zugriff (Zwei-Token-Design).
- IP-Pseudonymisierung: IP-Adressen werden im Audit-Protokoll ausschließlich als SHA-256-Hash gespeichert.
- Transportverschlüsselung: TLS 1.2+ mit HSTS für sämtliche Verbindungen.
2. Vertraulichkeit & Zugriffskontrolle (lit. b)
- Zutrittskontrolle: Betrieb ausschließlich in ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren (Hetzner, Deutschland); kein eigener physischer Serverzugang erforderlich.
- Zugangskontrolle: Administrativer Zugriff nur über SSH-Public-Key-Verfahren und Konten mit Multi-Faktor-Authentifizierung; keine Passwort-Logins.
- Zugriffskontrolle: Least-Privilege-Prinzip; produktive Datenbankzugriffe nur durch die Applikation. Architektur-Eigenschaft: Auch privilegierte Administratoren können Drop-Inhalte nicht entschlüsseln (kein Schlüsselmaterial serverseitig vorhanden).
- Keine Fremd-Skripte auf Drop-Seiten (Ausschluss von Fragment-Exfiltration durch Dritt-Code); keine Werbe-Tracker.
- Protokollierungs-Verzicht: Keine Access-Logs mit URLs auf Drop-Pfaden; Invoke-Payloads der Chat-Integrationen werden nicht geloggt.
3. Integrität (lit. b)
- Authentifizierte Verschlüsselung: AES-GCM erkennt jede Manipulation des Ciphertexts; manipulierte Drops sind nicht entschlüsselbar.
- Atomare Lese-Transaktionen: Burn-after-read wird datenbankseitig atomar durchgesetzt; ein Einmal-Drop kann auch bei parallelen Zugriffen nur genau einmal gelesen werden.
- Audit-Protokoll (Team-Plan): Ereignisse erstellt/gelesen/verbrannt/abgelaufen mit Zeitstempel: ausschließlich Metadaten, nie Inhalte.
- Eingabevalidierung & Rate-Limiting auf allen öffentlichen Endpunkten; signaturgeprüfte Webhooks (Stripe, Slack, Microsoft).
4. Verfügbarkeit & Belastbarkeit (lit. b/c)
- Zustandslose Applikationsschicht, horizontal skalierbar; Infrastruktur als Code reproduzierbar.
- Tägliche Datenbank-Backups (enthalten ausschließlich Ciphertext und Metadaten) in EU-Objektspeicher (Hetzner, Falkenstein) mit 30 Tagen Aufbewahrung, zusätzlich kontinuierliche Transaktionsprotokoll-Sicherung; Wiederherstellung bei Einrichtung Ende-zu-Ende getestet, weitere Tests mindestens jährlich.
- Monitoring der Verfügbarkeit und Fehlerraten über die Kubernetes-Plattform (Health-Checks, automatischer Neustart fehlerhafter Instanzen, rollierende Deployments ohne Ausfall).
5. Löschkonzept
- Selbstlöschung per Design: Drops werden beim Erreichen des Lese-Limits sofort und beim Ablauf spätestens nach 60 Sekunden endgültig gelöscht (harte DELETEs, kein Soft-Delete, kein Papierkorb).
- Verbrannte, abgelaufene und nie existente Drops sind in der API-Antwort ununterscheidbar (kein Existenz-Orakel).
- Restbestände in Backups verfallen mit der Backup-Rotation nach max. 30 Tagen.
- Account- und Audit-Daten werden nach Vertragsende gemäß Ziffer 10 des AVV gelöscht.
6. Auftragskontrolle & Organisation (Art. 32 Abs. 1 lit. d, Art. 28)
- Subprozessoren nur innerhalb EU/EWR für Kerndienst-Daten; Verträge nach Art. 28 Abs. 4 DSGVO; aktuelle Liste im Trust Center.
- Definierte Verantwortlichkeiten für Datenschutz und Sicherheit; dokumentierter Incident-Response-Prozess mit 48-Stunden-Meldezusage.
- Quelloffene Client-Verschlüsselung: externe Überprüfbarkeit als organisatorische Maßnahme.
- Änderungsmanagement über Versionskontrolle, Code-Review und automatisierte Tests (u.a. Krypto-Roundtrip- und Nebenläufigkeitstests der Burn-Semantik).
- Überprüfung und Fortschreibung dieser Maßnahmen mindestens jährlich sowie anlassbezogen.